Internationaler Freimaurerorden für alle Menschen Österreich

LE DROIT HUMAIN

DAS MENSCHENRECHT

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Galerie der Erinnerung

Gertrude Armuth

Gertrude Armuth

Gertrude Armuth wurde am 1. Dezember 1901 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren. Der Vater Samuel Armuth (*1875 in Budapest, + in Auschwitz) stammte aus Budapest und war Ingenieur, die Mutter Emilia Schwarz (1877-1920) war ebenfalls eine gebürtige Ungarin. Gertrude wuchs zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Johanna (*1908 in Wien+2005 in Kairo) in die Umbruchszeiten des 20. Jahrhunderts hinein. Sie war Werbegrafikerin. Am 31. Jänner 1931 heiratete sie den zehn Jahre jüngeren Künstler Ferdinand Zipper. Ihr Leben liegt weitgehend im Dunkeln, nur durch die freimaurerischen Logenprotokolle, die Heirat und ihre Ermordung in Auschwitz werden die wenigen Blitzlichter ihres Lebens sichtbar. 1925 wurde die junge Frau Mitglied der gemischten Loge Vertrauen des Le Droit Humain, die sie jedoch 1931, also im Jahr ihrer Hochzeit mit Ferdinand Zipper verließ, um 1937 gemeinsam mit ihrem Mann erneut Freimaurerin zu werden. Das Paar blieb bis 1938 Mitglied der Loge Vertrauen, als der Einmarsch Hitlers beider Leben drastisch veränderte. Die Flucht in die Niederlande glückte, doch es folgte kein gemeinsamer Weg in die Zukunft. Gertrude und Ferdinand Zipper ließen sich 1939 in Den Haag scheiden.

Gertrude Armuth gelangte in das Lager Westerbork. Ab 1939 galt es als zentrales Lager für aus Deutschland geflohene Juden und Jüdinnen. Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1940 veränderte sich dieser Status. Vom 1. Juli 1942 bis Mai 1945 war es als polizeiliches Durchgangslager in Betrieb, was im Grunde ein Todesurteil für die dort Anwesenden bedeutete. Mehr als hunderttausend Häftlinge wurden in dieser Zeit von hier aus mit der Bahn in die Vernichtungslager von Auschwitz, Sobibór, Theresienstadt, Bergen Belsen oder Buchenwald transportiert. Gertrude Armuth war bis zum 31. August 1943 in Westerbork, dann erfolgte die Deportation nach Auschwitz-Birkenau, wo sie am 3. September 1943 ermordet wurde. Sie wurde nur 42 Jahre. Das gleiche Schicksal ereilte ihren Vater, auch sein Leben endete ebenso wie das seiner Schwester Charlotte (*1873) im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Gertrudes Schwester Johanna konnte fliehen. Sie starb hochbetagt in Kairo, ruht jedoch auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Gertrudes Ex-Mann Ferry Zipper gelang es anscheinend, seine jüdischen Wurzeln zu verschleiern. Er ging in den Niederlanden in den Widerstand und fälschte Personalausweise und Dokumente, um verfolgten Personen neue Identitäten zu verschaffen.



Quelle: Archiv und Forschung des LE DROIT HUMAIN Österreich

Link: Gertrude Armuth auf der Plattform WIEN GESCHICHTE WIKI

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